Montag, 4. August 2008

Zur Warum-Frage

Total normal

Für die Besucher der Nach-s-ichten könnte es von Interesse sein, dass ein Blogger der sogenannten Anthrosphäre sich in einem Beitrag Gedanken über das Phänomen solcher Blogs von der Art der Nach-r-ichten aus der Welt der Anthroposophie gemacht hat. Der Betreiber des Blogs Schachtelhalm, Christian Grauer, kommt zu erhellenden Einsichten. Der Beitrag ist nicht ganz kurz, aber die Lektüre lohnt sich! Ganz bestimmt.

Esobashing: Aufklärung oder Linksfaschismus?



Nachtrag

Inzwischen ist auf einem der beiden im Schachtelhalm-Beitrag erwähnten Blogs, dem Esowatchblog, eine - allerdings bezeichnende - Replik erschienen. Und auch der Autor des von uns zur Lektüre empfohlenen Blogbeitrags, Christian Grauer, musste einem der Kritiker seines Beitrags mit einem zweiten Beitrag (auf dem Schachtelhalmblog, da der Esowatchblog kritische Kommentatoren zensiert), bzw. der Lieferung von Belegstellen für seine Thesen antworten. Wir finden, dass es sich zur Beurteilung der Szene und zur Veranschaulichung durchaus lohnt, auch diese beiden Texte und die Kommentare genauer aunzusehen. Im wesentlichen werden die Thesen Grauers dadurch bestätigt.

Kommentare:

Andreas Lichte hat gesagt…

Zitat Christian Grauer in einer mail an die Sektenbeauftragten der Evangelischen Kirche:

"Ihre [Andreas Lichtes] Schlussfolgerung, die ich zitiert habe, ist ein klassisch linker Topos.

Sie ist mithin die Grundfigur des Sozialismus: die staatliche Kulturdoktrin zum vermeintlichen Wohle des Proletariats...

Nur ist diese Denke mittlerweile tatsächlich zur bürgerlichen Mitte geworden und macht vor evangelischen Pfarreien nun wirklich nicht halt. Das ist ja gerade das Problem!"

¡viva la revolución!

Klassenkampf à la Steiner,

Klassenkampf à la Grauer!

Anonym hat gesagt…

Die Kommentatoren Lichte, Gerlach und Ehrlichmann sprechen ja für sich: völlige Unfähigkeit eine sachliche Diskussion zu führen. Leider hat uns die Wiedervereinigung eine ganze Reihe Menschen beschert, die nur in von Staatsseite vorgegebener Ideologie "denken" können und jetzt das staatliche Reglement vermissen. (Auf dem Arbeitsamt z.B. klang das so: "Ja weisen Sie mir doch eine Stelle zu, ich mache jede Arbeit") Hoffen wir, dass der natürliche Gang der Zeit da Besserung bringt.

Ronald hat gesagt…

@anonym
In Ihrem seltenblöden Kommentar unterstellen Sie den Anthroposophiekritikern eine "Ost-Vita" und werden gegenüber DDR-Einwohnern ausfallend.
Aber ich verstehe Ihre Rage - Sie haben vermutlich an den vergangenen Internetdiskussionen erfolglos teilgenommen : www.wiwo.de/technik/wiwo-de-leser-verdaechtig-einig-274113/
www.info3.de/wordpress/?p=133
Weiterhin sind Sie auch auf dem Holzweg was die Motivlage der Kritiker betrifft.
Weitaus mehr als "Staatsverliebtheit", scheint mir der Ekel vor Rudolf Steiners Weltanschauung und seiner anthroposophischen "Wisselschaft" gegeben.
Ausserdem verweise ich auf mein Mitgefühl mit den Waldorfschülern, die sich gegen die unerträgliche Indoktrination durch überzeugte Geiterseher, nicht wehren können - selbiges trifft natürlich auf die Waldorfkindergartengänger zu.
Dass eine hermetisch-okkulte und demokratieheuchelnde Gruppierung durch die Öffentlichkeit finanziert
wird empfinde ich als Skandal.

P.S.
Ja ich bin im "Osten" geboren - östlich von Atlantis, Sie Anthromärchenonkel.

Nachsichten aus der Welt der Anthroposphie hat gesagt…

Lieber Ronald,

zur Motivlage der Kritiker fällt dir Ekel ein. Das können wir von NWA2 nachvollziehen, wenn es z.B. um Rassismus und/oder Antisemitismus bei Steiner geht. Wenn sich das Gefühl des Ekels aber zu einem umfassenden Ressentiment gegen alles Anthroposophische ausweitet, können wir nicht mehr folgen.

Und was das Mitgefühl mit den Waldorfschülern betrifft: Erstens, warum sollten sie sich nicht wehren können? Sind Waldorfschulen Gefängnisse? Es ist nicht bekannt, dass Waldorfschüler massenweise traumatisiert oder depressiv sind.

Und die angeblich "unerträgliche Indoktrination" ist - falls sie überhaupt stattfindet - offenbar sehr gut erträglich.

In unserer offenen Gesellschaft gibt es eben auch freie private weltanschaulich orientierte Schulen wie z.B. jüdische Schulen. Dort wird beim Pausenessen eine Kippa getragen und gebetet. Sie müssten jetzt sagen: "Skandal, in einer deutschen Schule werden Kinder zu unwissenschaftlichen Ritualen gezwungen!" Wir dagegen finden diese Vielfalt wunderbar.

Felix Hau hat gesagt…

Weitaus mehr als "Staatsverliebtheit", scheint mir der Ekel vor Rudolf Steiners Weltanschauung und seiner anthroposophischen "Wisselschaft" gegeben.

Das ist im Ergebnis eben dasselbe. Wenn Ekel zum politischen Motiv avanciert, geht das selten gut.

Anonym hat gesagt…

Oh Herr Hau,

aus der Distanz des "Erleuchteten" geschrieben?

Im Besitz des "Universalen Wissens"?

Wie Sie sich bei den Egoisten aufgeführt haben, war nicht gerade erleuchtet, weise, menschenfreundlich:

Sehr eindrucksvoll, wie Sie sich an einer Sechsjährigen vergangen haben ...

Anonym hat gesagt…

"(auf dem Schachtelhalmblog, da der Esowatchblog kritische Kommentatoren zensiert)"

dafür, dass der "Esowatchblog" kritische Kommentare zensiert, finden sich dort aber verdammt viele Kommentare von Anthroposophen ...

Wie ist das möglich?

Anonym hat gesagt…

@anonym

Es scheint Kritik zugelassen zu werden, aber nicht von jedem und nicht alles. Dass z.B. Grauers Antworten auf einen ihn betreffenden Post gebannt werden ist ziemlich schwach. Das ganze kann man hier nachlesen:

http://www.schachtelhalm.net/s9y/archives/29-Esowatch-fuer-Herrn-Gerlach-persoenlich.html

Markus hat gesagt…

"Es scheint Kritik zugelassen zu werden, aber nicht von jedem und nicht alles."

Es gibt auf dem EsoBlog unglaublich viele Kommentare von Anthroposophen.

Vielleicht hat Grauer mal wieder mit "Faschismus" um sich geworfen und wurde deshalb nicht veröffentlicht, oder er hats einfach nicht gepeilt.

Den link hab ich überflogen ... was soll das sein?